Das Internet bietet viele Möglichkeiten, Informationen und Meinungen auszutauschen. Wer heute etwas erfahren will, kauft kein Buch mehr, sondern recherchiert im Netz. Und wenn ein Thema ihn mehr interessiert, steigt er vielleicht sogar tiefer ein und tauscht sich mit anderen Usern aus. Auch sind natürlich Hobbys et. Themen, über die man sich gerne im Netz austauscht. Die Suche nach Musik hat ein Ende, denn irgend wer lädt gerne einen gewünschten Song hoch. Und dann passieren oft die interessanten Sachen. Ein schlichtes Lied kann zum Beispiel dazu führen, dass ganze Fraktionen, die Verfechter des deutschen Schlagers gegen die Fans von echter Rockmusik zum Beispiel, einen verbalen Feldzug gegeneinander antreten. Dies kann für Außenstehende amüsant sein, manchmal ist es aber auch befremdlich – oder schlicht unverständlich.
R.I.P oder was?
Manche Kürzel versteht nur eine Minderheit, andere Dinge sind klarer, und manche Botschaften sind schlicht Nonsense, vor allem die, die jemand nachts um 3 h “gepostet” hat, oder sollte man sagen, geprostet? Dass jeder jederzeit überall mitreden darf, treibt nämlich die seltsamsten Blüten, und jeder hält sich auch für einen Experten. Bedenklich sind sicher solche Seiten, bei denen es um juristische oder medizinische Fragen geht. Ist es wirklich sinnvoll, von einem Nachbarn zu berichten, der kurz gehustet hat, um dann am Lungenkrebs zu verscheiden? Ist manches nicht allzu laienhaft oder schlicht falsch? Hier sind doch auch Grenzen zu erkennen, wann ist ein Forum noch nützlich, wann fahrlässig?
Nicht zu unterschätzen: Fakes
Nun neigen die meisten Menschen immer noch dazu, zu glauben, was sie als Text irgend wo lesen. Wenn jemand also liest, dass ein anderer hier oder da ganz schlechte oder ganz tolle Erfahrungen gemacht hat, wird dem meistens sogar Glauben geschenkt. Dass es ganze Branchen gibt, die Bewertungen “türken”, ist Fakt und hat natürlich auch zu einer Neubewertung dessen geführt, was man als Wahrheit ansehen sollte, was nicht. Kritiken, Meinungen, Erlebnisse, all so etwas kann, muss aber nicht authentisch sein. Hier ist sicher noch ein wenig Übung nötig, um das Medium Internet wirklich gut nutzen zu können.
Etwas für Einsame?
Wenn jemand berichtet, er sei “in vielen Foren”, und dieser Mensch verlässt nie das Haus, kann man schon von einer neuen Form der Vereinsamung sprechen: der der Vereinsammung im Internet. Die schiere Masse der Kontakte und so genannten Freunde bedeutet nun einmal nicht, dass jemand wirklich kommuniziert, dass ein echter Austausch statt findet. Leben und Virtuelles verschwimmen bei vielen Menschen immer mehr.